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Email an Michi, akoerbchen∂yahoo.com
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Ich bin mir ziemlich sicher dass es mir nicht nicht möglich gewesen wäre, die Tatsache TG zu sein auf Dauer zu verheimlichen. Nur ein paar Beipiele: Meine Frau merkt es wenn ich mir auch nur die Rückseite der Finger rasiere, ich kann mich auch gut erinnern wo sie sagte: "ich kenne Deine Haarfarbe, der Stabsaugerbeutel war voll." Oder der Hinweis meine Pfennigabsätze hätten auf dem Fußboden vor dem Ankleidespiegel Spuren hinterlassen.
Ich finde es auch sehr entspannend, erklären zu können von wem die SMS mit den Osterglückwünschen ist, die plötzlich ankam. (War zwar dezenterweise an Lieber Michi adressiert, trotzdem) Oder auch zu sagen, wo und wie ich den Abend verbringe. Oder auch meine Frau einzuladen mitzukommen. Natürlich geht alles nicht problemlos ab, Verlustängste, Eifersucht auf womögliche Abenteuer, teilweise Missverständnisse und Fehlinterpretationen meines Verhaltens führen schon zu harten Diskussionen zwischendurch. Postive Erlebnisse wie "Ich bin hier fertig, möchtest Du noch für Dich was suchen?" (in der Damen-Boutique im Urlaub), ein Rock den wir für uns gemeinsam kaufen, oder auch Bemerkungen wie "Deine Jeans riecht aber verschwitzt männlich, an wen hast Du sie ausgeliehen?" gleichen aber dann schon sehr viel aus. Bei mir hat die Fülle der noch vorhandenen Gemeinsamkeiten die Ehe gerettet, und die vielen Aussprachen haben die Beziehung vertieft, wie ich es vorher nicht für möglich gehalten habe. Nicht verheimlichen möchte ich, dass die intensive Beschäftigung mit mir selbst nach dem Outing, die Frage nach dem was ich eigentlich bin, Depressionen ausgelöst hat. Für mich war die Möglichkeit TS zu sein das schlimmste aller möglichen Szenarien. Ich nahm sechs Monate lang Antidepressive zu mir, und hatte ein paar Sitzungen bei einem Therapeuten. Die heimliche "Spinnerei" als Teil meines Lebens zu akzeptieren hat nach sich gezogen, dass ich meine Identität neu definieren musste. Eine Arbeitshypothese, die funktioniert, ist, dass mein Streben danach, von der Umwelt akzeptiert zu werden, der Wunsch, schön und attraktiv zu sein, bei einem Mann der Frauen liebt und einfach toll findet, dazu führte, dass ich mir einen Teil dieser weiblichen Attraktivität einfach anziehen möchte. Dass ich die äussere Erscheinung einer schönen Frau annehmen möchte, weil ich mich dann einfach besser, weil schöner, weil attraktiver, fühle. Deshalb will ich eine Frau sein. Deshalb will ich lieber eine Frau sein, als ein Mann. Der Preis ist mit dennoch zu hoch. Der Preis für das zu erwartende Ergebnis. Und das hat mit Sex sehr wenig zu tun. Nach wie vor lebe ich meine Sexualität ausschließlich mit meiner Frau, in einer ganz normalen heterosexuellen Beziehung, und finde ich kann mir nicht mehr wünschen vom Leben. |
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