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Ich selber hatte nach einem knappen Jahr Therapie ein Erklärungsmodell, mit dem ich zurechtkomme, und das mir hilft, mein Leben, meine Beziehung, meinen Beruf, und meine Besonderheit unter einen Hut zu bekommen. Das war möglich weil ich die Therapie ergebnisoffen, d.h. auf der Suche nach der Wahrheit, was auch immer das sein kann, und nicht nach einer bestimmten Antwort, anging. Es ist auch ein intimes Thema das eigentlich niemanden was angeht.
Ich wurde wegen akuter Selbstmordgefahr von meiner ehemaligen Hausärztin zu einem Therapeuten vom Fach verwiesen, einem der drei Gutachter die in München bei Gericht für die Begutachtung von TS herangezogen werden. Es war ein Glücksfall, es stellte sich heraus dass die Hausärztin seit Jaheren die OP-Vorbereitung macht für die "abgeschloßenen" Fälle ihres Kollegen. Die entscheidende Frage war, "Stört es Sie wenn Ihre Frau Ihr Glied berührt". Ich sagte es sei mir gleichgültig, er fragte nach, er wolle nicht wissen ob es mir gleichgültig sei, sondern "ob es (mich) stört." Die Antwort war wohl die Entscheidung was ich NICHT bin, denn im Sinne des TSG, nach dem ja begutachtet, und entschieden wird, bist Du nur dann TS, wenn Du Dein Geschlecht(steil), so ablehnst, dass es Dich zur Selbstverstümmelung, oder Selbstmord treibt. Die Diagnose dauerte bei mir 20 Minuten. Die Antwort war auch einfach, weil ich eben eine auch im sexuellen Bereich intakte Beziehung mit meiner Frau habe. Wie kann es mich stöen, wenn der Mensch der mich liebt mich berührt. Dann 5 probatorische Sitzungen und eine mit meiner Frau, bei denen mir und dem Therapeuten klar wurde dass ich mein TG-Dasein nicht tief ergründen wollte, Weil Ursachenforschug nichts nützt. Die akute Gefahr war durch Medikation abgestellt. Es folgte die Betreung durch einen Verhaltens- und Paartherapeuten, um bestimmte automatische "Reflexe" die mir mein Leben unnötig schwer machen, abzustellen. Jetzt bin ich, seit langem auch ohne Medikamente, im grünen Bereich, zufrieden, und war sogar eine zeitlang ohne Einschränkungen glücklich. Pikanterweise erst seit ich tatsächlich dem Dressen auf den Grund gegangen bin. Ich bin überzeugt, hätte ich mich entsprechend vorbereitet, was mit Hilfe von anderen Betroffenen, z.B. in Selbsthilfegruppen und Foren, heute leicht möglich ist, hätte ich meine Antworten entsprechend geben können, und wäre inzwischen "auf dem Weg". Ich hab den Eindruck dass dies bei Leuten die ihre Erfolge so lauthals verkünden der Fall ist. Ich kenne ja einige persönlich, deren Vergangenheit und auch Beweggründe ziemlich gut, die in Rekordzeit ihre Gutachten hatten, und bin da der Ansicht, dass die einfach in der Lage waren, den Denk- und Diagnoseschablonen ihrer Therapeuten ziemlich genau zu entsprechen. Ich kenne auch welche, die es sich nicht einfach gemacht haben, die Jahre brauchten, und teilweise auch ein beträchtliches Risiko eingegangen sind, und wo ich sage, da stimmt's. Und ich kenne auch welche die einfach bewußt zurückgesteckt haben, weil sie sich ihrer Verantwortung nicht entziehen wollten, und jetzt auch zu sich stehen können, und merklich mit sich zufrieden sind, auch wenn "die Frau" einen ziemlich großer Anteil an ihrem Leben einnimmt. Das ist auch mein Ziel. Mich zu akzeptieren, mein Seelenleben, meine bedürfnisse, und auch meinen gesunden, intakten und akzeptablen Körper. Die Gefahr ist doch, dass TVs, wenn sie denn dann nicht dressen um in Damenwäsche ziemlich vordergründigen Spaß zu haben, sondern auch mitdenken, irgendwo tief drinnen ein Problem mit ihrer Identität vermuten, und einfach nicht glauben wollen dass es die Libido ist, die diese Streiche spielt. Dummerweise akzeptiert man dann auch noch eine Art Hackordnung oder Qualitätsabstufung, TS - TV - DWT, steht irgendwo dazwischen und möchte aber doch ganz oben dabei sein. Also sucht man nach Indizien und kleine Hinweisen dass man dann doch was (subjektiv) Besseres, nämlich TS ist, und steigert sich so lange hinein, bis man's selber glaubt. Mit dem nötigen Quentchen an Intelligenz schafft man's dann sich genügend anzulesen, um zuerst sich, und dann den Therapeuten, und dann die Gutachter zu überzeugen. Wenn dann die Existenz, die Familie ruiniert, und der kleine Mann ab ist, ist's zu spät. Alternativen gibt es, man sieht sie nur nicht. Ich lebe sie. Ich selber habe wegen den Gedanken, dass es für TS nur einen Weg geben kann, und die folgende familiäre Katastrophe nicht ausgehalten. Mein Glück nur durch das Unglück meiner Lieben (Frau und drei Kinder) zu finden erschien mir so barbarisch, dass ich mich lieber so aus der Existenz geschlichen hätte. Ich hätte das nicht mit anschauen können. Es klingt ziemlich dramatisch, ist mir im Nachhinein auch peinlich, dient aber zur Illustration dass ich es mir nicht leicht gemacht habe: Es gab eine Nacht da hat mich nur der Gedanke, dass eins meiner Kinder meine Leiche findet, abgehalten mir den Föhn ins Badewasser zu schmeißen. Es bei Gelegenheit im Hotel zu machen fiel mir erst ein, nachdem ich mit Antidepressiva schon einigermaßen gut eingestellt war. Ich wünsch jedem, tatsächlich offen an die Sache herangehen zu können, und auch zu einer Lösung zu kommen, die ein zufriedenes Leben ermöglicht. |
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