Überraschung beim 16. Life Ball
21.05.2008 - 08:35, Rainbow Online
(rainbow.at) Gerry Keszler erhielt das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich aus den Händen von Ministerin Claudia Schmied für seinen Einsatz für die Menschlichkeit. 40.000 fröhliche Männer, Frauen, Transsexuelle, Prominente, Ehepaare und Pärchen, Lover und Lovers und viele Zuschauer - Life Ball 08.

Für mich der Höhepunkt: die Rede Sharon Stones, die im Wesentlichen betonte, dass es eben wichtig ist, darauf zu achten, was man sagt, zu wen man es sagt, wie man es sagt, für eine Sache aufzustehen, hinter einer Sache zu stehen und für eine Sache einzustehen. Sie forderte das Publikum zu einer Schweigesekunde auf, wo jeder seinen Nachbarn ins Gesicht schauen sollte - denn, es könnte sein, dass es genau dieser Mensch ist, für den man eines Tages aufstehen muss.

Sharon Stone hat auch genug von Beschimpfungen, von Ausgrenzungen und lobte die Atmosphäre in Wien. Sie holte dann Gerry Keszler zu sich auf die Bühne - er hatte ein "Berufsschwuchtel" Shirt an - nahm eine Spraydose und x-te die Berufsschwuchtel aus. Stone: "I have enough of business faggot, you matter, I will never hear that word again."

Claudia Schmied überreichte dann Keszler das Goldene Ehrenzeichen (siehe Bild), Bürgermeister Michael Häupl wünschte sich noch 100 Life Balls, Alfons Haider und Mirjam Weichselbraun waren nicht koordiniert (aber ganz nett), Eva Pölzl und Andi Knoll waren witzig, die Fashion Show von Agent Provocateur war langweilig bis peinlich bis chaotisch bis seltsam, Linda Evangelista ist immer noch eine wunderschöne Frau, Nina Hagen war Nina Hagen und Amanda Lapore - kann weder singen, noch schauspielern noch sonst was, ist einfach Amanda Lapore, seltsam.

Insgesamt war das Porträt von Gerry Keszler, das der ORF vor der Live-Übertragung sendete, eine Offenbarung: Keszler erklärte darin seinen Seiltanz zwischen wirtschaftlichen Interessen, Werbewert und Kämpfen für eine Sache. Der Life Ball ist immer noch notwendig, ist immer noch ein Ereignis, wird immer größer und ändert sich natürlich mit der Zeit. Solange es AIDS gibt, soll es einen Life Ball geben und jeder sollte sich bei der Nase nehmen, der schon wieder darüber meckert, weil zum Beispiel der Ring gesperrt wurde, weil es laut in der Innenstadt zugeht, weil da die ganzen seltsamen Vögel auftauchen, weil sich die Politik anbiedert, weil sich Keszler auch verkaufen muss - seid doch ruhig und unterstützt die Sache - den Kampf gegen eine unheilbare Krankheit, die jeden treffen kann. (ma)
9 Zugriffe Redaktion Transgender.at