Österreich und seine schwulen Politiker im Verborgenen
10.11.2009 - 11:45, Rainbow Online
Schon seit Jahren sind Homosexuelle in Deutschlands Politszene auf höchster Ebene anzutreffen, angefangen beim Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit über Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust bis zum Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle. Österreichs Politik tut sich damit schon wesentlich schwerer, was nicht zuletzt die unsägliche Debatte um die eingetragene Partnerschaft zeigt.

Der KURIER hat in seiner Sonntagsausgabe vom 8. November 2009 Gründe dafür gefunden:

Als ein Grund wird genannt, dass mit einem Outing das Privatleben in der Öffentlichkeit breitgetreten werde und praktisch das gesamte persönliche Umfeld mitgeoutet wird: "Die Familie muss dann damit leben, dass die Homosexualität des Sohns bekannt ist. Jeder Mann, mit dem man mich sieht, würde verdächtigt, schwul zu sein", so ein Politiker, was vor allem in ländlichen Gebieten immer noch ein Stigma sei.

Vor allem in der ÖVP dürfte ein Outing nicht gerade der Karriere förderlich sein (siehe die knallharte Position von Maria Fekter in diesem Zusammenhang).

Außerdem befürchten viele schwule Politiker nur noch über ihre Homosexualität definiert zu werden und andere politische Inhalte auf der Strecke blieben.

Der KURIER zitiert auch den wohl seltenen Fall, wo ein Comingout für einen Politiker hilfreich war: Intriganterweise wurde er von einer Parteikollegin der sexuellen Belästigung bezichtigt. Seine Gegendarstelllung vor Zeugen daraufhin: "Ist dir entgangen, dass ich mich nur für Männer interessiere?"
R.O Linktipp: www.kurier.at/nachrichten/1953068.php
21 Zugriffe Redaktion Transgender.at