Rosalila PantherInnen und Courage Graz zur eingetragenen Partnerschaft
23.11.2009 - 14:55, Rainbow Online
Endlich ein Partnerschaftsgesetz für Lesben und Schwule!

Gesetzlich niedergeschriebene Demütigungen von gleichgeschlechtlichen Paaren trüben die Freude darüber.

„Schon längst überfällig, trotzdem für österreichische Verhältnisse fast ein Wunder!“ So kommentiert Mag. Kurt Zernig, Vorsitzender der RosaLila PantherInnen, Schwul-Lesbische ARGE Steiermark, die heutige Ministerratsvorlage für die Ein­führung einer eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare. „Darauf haben viele, viele Paare schon seit Jahren, oft sogar Jahrzehnten gewartet!“

Diese eingetragene Partnerschaft sieht rechtlich eine weitgehende Gleichstellung mit der Ehe vor; Adoptionen und künstliche Befruchtung sind ausgeschlossen. Die zuständige Behörde für die eingetragene Partnerschaft soll die Bezirksverwaltungs­behörde sein.

Immerhin sprach Josef Pröll bei der Präsentation seiner Perspektivengruppe im Jahr 2007 noch von einer eingetragenen Partnerschaft am Standesamt. Heute sieht man, dass Prölls Perspektive in der Sakristei von Erzbischof Schönborn endet.

Die letzten zwei Jahre nutzte die ÖVP, um auf symbolischer Ebene noch viele technische Fouls unterzubringen: So braucht laut Gesetz auf das Wohl von Kindern nicht geachtet zu werden, in den Erläuterungen heißt es dann aber, dass im Fall des Falles das Kindeswohl natürlich zu berücksichtigen ist. Eingetragene PartnerInnen verlieren ihren Familiennamen, sie dürfen nur mehr einen Nachnamen führen – dafür werden sogar die Meldezettel und Gästeblätter geändert! „Getrieben von einer geifernden Boshaftigkeit wurde konsequent negiert, was für einen beschränk­ten katholisch-fundamentalistischen Kreis nicht sein darf“, zeigt sich Zernig über eine solche Kleingeisterei fassungslos.

„Mit dem Hintergrund der alltagsgegenwärtigen Diskriminierung und der oftmals dadurch entstehenden Homophobie, welche sich schließlich auch im erhöhten Bedarf an Information, Beratung, Begleitung und Therapie von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen und deren Angehörigen äußert, ist eine absolute Gleich­stellung, selbstverständlich auch vor dem Standesamt, aus sexualpsychologischer Sicht von höchster Bedeutung“, so Jette Musger, Koordinatorin der Courage-Graz.

Die eingetragene Partnerschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung, das Ziel einer Gleichberechtigung von gleich­geschlechtlichen Partnerschaften ist damit aber noch nicht erreicht. Die unwürdigen und niederträchtigen Demütigungen von Lesben und Schwulen im Gesetz gehören beseitigt – und insbesondere die Realität von Regen­bogen­familien (gleich­geschlechtliche Paare mit Kindern) endlich anerkannt. Letzteres übrigens im Interesse der Kinder!
R.O Linktipp: www.homo.at
1 Zugriffe Redaktion Transgender.at