Türkei: Gewalt gegen Transgender!
27.05.2010 - 12:39, Rainbow Online
Wieder einmal kam es in der türkischen Hauptstadt Ankara zu Gewaltaktionen gegen Transgender: Wie www.derstandard.at berichtet, haben Polizisten (!) bei einer Fahrkontrolle fünf Transgender mit Pfeffersprays und Knüppel attackiert. Die Opfer sind Mitglieder der der türkischen LGBT-Organisation »Pink Life Association«.

Eigentlich hätte es eine normale Fahrkontrolle sein können. Die fünf Transgender-Personen händigten die Personalausweise aus. Als sie dann dennoch aus dem Auto steigen sollten, sich aber weigerten, kam es seitens der Polizisten zu Drohungen. Als insgesamt 25 LGBT-Aktivisten den Transgender-Personen zu Hilfe kamen (sie wurden von ihnen per Handy alarmiert), kam es zur handfesten Auseinandersetzung zwischen den Aktivisten und den Polizisten. Letztere kämpften mit Pfeffersprays und Knüppel. Die fünf Transgender-Personen wurden dabei verletzt. Nach einer medizinischen Erstversorgung bis zum nächsten Morgen in der Polizeistation verhört. Nur durch das Einschreiten von Anwälten konnte eine Freilassung erwirkt werden.

Übergriffe gegen Homosexuelle und Transgender in der Türkei häufen sich. Aus diesem Grund fordern Homo-Verbände wie Pink Life Association« oder »Kaos GL Cultural Research and Solidarity Association«, dass Polizisten nicht mehr gewaltsam gegen LGBT-Personen vorgehen dürfen. Sie fordern auch, dass diese Taten als „Hass-Verbrechen“ eingestuft werden und dass man auf höchster Ebene endlich gegen die LGBT-Diskriminierung kämpfen muss.

Diese Verbände werden sich schwer tun. Erst im Mai ließ die türkische Familienministerin Selma Aliye Kavaf verkünden, dass Homosexualität eine »Krankheit« sei und forderte den Gesundheitsminister auf, sich für die »Behandlung« dieser stark zu machen. (mas)
17 Zugriffe Redaktion Transgender.at