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Eine Offenbarung meines Ich



von

Alexsandra „Robert“ ******




Hallo Mama Hallo Papa


Ich habe sehr lange überlegt ob ich Euch diesen Brief Schreiben soll.
Aber ich habe mich dazu entschlossen diesen Seelen-Strip Wirklichkeit werden zu lassen.

Ich weis nicht ob wir jemals noch Kontakt haben , aber es muss sein.
Meine Frau hat zwar gemeint, - Mach es kurz, sonst Lesen Sie ihn nicht -, aber das was jetzt kommt musst raus, sonst würde es wie ein Stachel in meiner Seele stecken.
Ich weis zwar das manche Erlebnisse, Subjektiv sind, aber ich hoffe Ihr könnt es nach vollziehen und verstehen.
Diese Zeilen sind für mich mehr als nur ein Brief, in dem man über dies und das schreibt, mehr als nur eine Ansammlung von Wörtern, es ist die Offenbarung meiner selbst.
Dieser Brief soll euch endlich einen Zugang zu meiner Seele Eröffnen, - denn würde ich ihn nicht Schreiben -, ich würde es bis ans Ende meines Lebens bereuen.

Es gäbe soviel, das ich euch sagen möchte, soviel was ich mit mir herum Trage in meiner Seele, aber ich glaube nicht das Ihr jemals in der Lage seid, es zu verstehen, noch es zu Akzeptieren.
Aber ich werde mich bemühen, euch wenigstens ein wenig einen Kleinen Einblick in mein ICH zu geben.

In all den Jahren konnte ich niemals einen wirklichen Kontakt zu euch herstellen.
Der Himmel allein, weis warum.
Ich wünschte mir immer das Ihr mir zuhört, das Ihr auf mich eingehen würdet, das Ihr versucht mich zu verstehen, wer ich Wirklichkeit bin.
Doch was ich auch getan habe, wie ich mich auch benahm, es nützte nichts.
Ich konnte niemals eine „Linie“ zu euch finden.
Solange ich zurückdenken kann, war ich immer nur der „Robi“ , aber niemals euer Sohn, noch nicht einmal jemand mit dem man sich
auseinander setzt, wie mit einem Freund oder einem guten Bekannten den man einfach mag.

Von Anfang an wurde ich immer nur „Geduldet“, aber niemals gewollt oder geliebt von euch, mit Ausnahme von Oma in ********, die mich immer als Person, als eigenständigen Charakter, als Kleinen Menschen mit seinen Wünschen und seinem Verlangen nach Anerkennung und Liebe, akzeptiert hat und versuchte, mir ein wenig Zuneigung und Liebe zu geben.
Sie hatte sich immer bemüht, mir ein wenig ein Zuhause zu geben,
Obwohl ich auch bei Ihr nur „zu Gast“ war, und nicht dort, wo ich
eigentlich sein sollte, - nämlich bei euch zwei.
Sie war auch die einzige die darüber nachdachte wer ich eigentlich war.
Sie wusste von Anfang an, das ich nicht der oder das war was man sah, sondern das hinter der Fassade jemand Lebte den niemand kannte.
Mit Ausnahme von ihr.

Es gab auch Später, - bei Dir Mama - , Momente wo ich das verlangen hatte mich zu Öffnen, aber es blieb immer nur bei diesem Versuch.

Oma gab mir zum Beispiel das zum anziehen, was Ich wollte, und nicht das was jemand dachte das ich es Tragen sollte.
Als Kleiner „Junge“ lief ich in Langen Leiberln herum, die eine Grosse Ähnlichkeit mit Kleidchen hatten.
Sie zog sie mir nicht an ,weil Sie das so wollte, sondern weil ich diese Kleidung gern hatte und mich darin wohlfühlte.
Sie hatte oft den Kopf geschüttelt ,weil ich so rumgelaufen bin, aber sie akzeptierte es, und versuchte nicht, mir Ihren Willen aufzuzwingen.

Diese „Freiheit“ änderte sich schlagartig, als der „B*****“ und „H****“ in Den ***** gezogen sind, – da war ich so 7 oder 8.
Von diesem Zeitpunkt an, wurde ich zu dem „Buben“ den ihr dann später, - wenn Du Papa oder auch Du Mama mal auf Besuch gekommen seid -, gesehen oder Erlebt habt.
Leider wart Ihr zwei immer „Fremde“ für mich, die eben auf Besuch gekommen sind, und ich hatte damals eine Innigere Beziehung zu den Leuten, die am Samstag zum Kartenspielen gekommen sind als zu euch Zwei. Leider
In dieser Zeit, wurde mir immer nachgesagt das ich mich wie ein Mädchen benehme.
Die Frau ******* zum Beispiel behandelte mich wie ein Mädchen und zeigte mir damals schon wie man richtig häkelte, aber nicht ,weil sie es so wollte, sondern weil es mich Interessierte. - Ich wollte das können.
Manchmal haben die anderen sogar mit Ihr Geschimpft weil sie mich so behandelte, aber Sie meinte nur - wenn er das will, soll er doch.
Ich glaube zwar nicht das Sie es realisiert hatte das Sie sich gerade mit einem Mädchen beschäftigte, aber Sie nahm mich eben so wie ich war.
Im A***** konnte ICH immer ICH sein.

All das endete, als ich zu euch Ziehen musste, und als du -Mama- gleich zur Begrüßung sagtest, „so- nun machst was Wir dir sagen“.

In diesem Moment ist für mich meine Welt zusammen gebrochen und ich bekam eine Riesen Angst das ich nicht mehr so sein konnte wie ich wollte.
Von nun an begann für mich ein Leben voller Angst.
Ich hatte Angst mit euch über mich zu Reden, euch meine Seele zu offenbaren mit dem ewigen Wunsch nach Liebe und Anerkennung, die ich von da an nicht mehr bekam.
Es war ,als ob ich aus einer Welt gerissen wurde und in eine neue gezwungen wurde, mit der ich nicht Glücklich war.
Du Papa hast dich immer nur bemüht ein Vater zu sein, hast versucht mich so nebenbei zu erziehen, - was natürlich nicht funktionieren
konnte, wie ich heute weis.
Und Du Mama hast immer versucht mir deinen willen auf zu Zwingen.
Du hast immer versucht mich „zu erziehen“, aber Erziehung ist etwas anderes als das, was Ihr Zwei getan habt.
Heute weis ich natürlich, das Ihr nicht anders konntet, weil Ihr zwei auch durch eure Eltern vorbelastet wart, - aber damals war es die Hölle für mich.
Es gab natürlich Momente für mich, wo ich hoffte das es jetzt besser würde, aber es blieb leider bei diesen kleinen Momenten des Glücks.
Ich kann mich genau an einige Begebenheiten erinnern, - Ihr zwei wahrscheinlich nicht - wo ich dieses Gefühl hatte.
Eines davon war als ich wollte das Du - Mama - mir zeigtest wie man strickt.
Du hast zwar gemeint, „ein Bub tut doch nicht Stricken“, aber als ich nicht locker lies, hast du hast es mir gezeigt und wir sind im Wohnzimmer gesessen und ich war überglücklich das Du es mir gezeigt hattest, und es mich dann auch tun ließest.
Du konntest natürlich nicht wissen was dahinter steckte, aber dir die Wahrheit zu sagen, davor hatte ich zuviel Angst.
Allerdings hast du -Papa- , das wieder kaputt gemacht.
Denn als du von der Arbeit gekommen bist, war deine erste Bemerkung, „spinnst jetzt Total? Lern lieber für die Schule, das ist wichtiger“ – in diesem Moment fühlte ich mich Verraten und Hab es von diesem Moment an, nie mehr getan.
Ein anderes mal, - es war an einem Heiligabend - , sind Du und ich (Mama) bis 4 Uhr früh zusammengesessen und haben über alles Gesprochen.
Ich legte mich zu dir und hab mich an dich gekuschelt. Ich fühlte mich endlich etwas verstanden und gemocht. Leider blieb es bei diesem Gespräch.
Es passierte nie mehr wieder; wie habe ich das vermisst.
Auch die Schule war ein Horror Trip für mich.
Nicht ,weil ich nicht in die Schule wollte oder weil ich nicht besondere Noten hatte, ( warum wohl ), sondern weil ich immer mit Mädchen zusammen sein wollte.
Ich war immer neidisch ,wenn sie in die Schulküche gegangen sind und ich in den Bastelraum musste.
Oh wie ich es Hasste, ein Junge zu sein.
Mit den anderen Buben konnte ich nichts anfangen und mit den Mädchen durfte ich nicht.
Es war ein Lebendiger Höllentrip.

Die einzige Zeit wo ich, ich selber sein konnte war, wenn ich alleine zuhause war.
Ich kleidete mich als Mädchen und richtete mich im Bad als solches her.
Auch habe ich immer darauf geachtet das ich schöne Haare habe und sie immer lange wachsen lassen.
Ich hatte hinter und unter dem Kasten und am Dachboden meine Mädchenkleider Versteckt.
Manchmal wenn ich nach hause gekommen bin und Mama mein Zimmer zusammen geräumt hatte, bekam ich eine Heiden Angst, das - Du Mama - sie gefunden hast.
Aber anscheinend war es ein gutes Versteck, denn dazu ist es nie gekommen.
Aber ich konnte ICH sein, und musste mich nicht verstellen, außer all die übrige Zeit, denn da musste ich den „Sohn Spielen“, der ich aber nie war.
Einmal hast du - Papa-, mir als “Strafe „ die Haare kurz geschnitten, ich habe dich angefleht es nicht zu tun, aber du hast nicht einmal zugehört, du kannst dir nicht vorstellen wie es mir dabei gegangen ist, und wie sehr ich dich dafür Gehasst habe.

All das hatte mich mit der Zeit zu einem „Seelen-Zombie“ gemacht.

Zu einem Menschen der sich immer mehr Verstellen musste, um ja nicht die Ablehnung und Zorn und den Hass der anderen erleben zu müssen.
Es war auch nicht die Zeit dazu, sich in dieser Weise zu öffnen, da ich schon damals mitbekommen habe, das Leute wie ich in die Psychiatrie gesteckt wurden und als Irre und Perverse und Schwule Idioten abgestempelt wurden,
ja sogar der Kinder Schänderei bezichtigt wurden, und davor hatte ich auch eine Höllische Angst.

Heute weis man das es nicht so ist.

Ich habe mich immer als Mädchen bzw. als Frau gefühlt und so Gedacht und so Empfunden.
Ich will euch nicht mit Details über mein weiteres Leben belasten, aber dieser Wunsch eine Frau zu sein und in einem Männer Körper Leben zu müssen, hat mich an den Rand des Wahnsinns gebracht.
Ich hatte bis 1989, 3 Selbstmorde begangen, die allesamt schief gegangen sind.
Heute bin ich froh das es nicht geklappt hat, denn ich hätte nie das Glück erleben dürfen, ich selbst zu sein.
Von 1982 bis zirka 1989 war ich schwer drogensüchtig.
Ich habe lange Zeit Heroin gespritzt, Kokain und all das andere Scheiß Zeug genommen, nur um diesen Wunsch zu unterdrücken und um nicht durch zu Drehen.
All die Jahre habe ich krampfhaft versucht, dem üblichen Klischee eines Mannes zu entsprechen. Jemand zu sein, der seinen „Mann“ im Leben, dem Beruf und der Familie steht.
Aber das war ich nie, denn um diesem Klischee zu Entsprechen, muss man ein Mann sein, und der war und werde ich niemals sein.
Ich wurde zwar in einen Männlichen Körper Geboren, aber meine Seele nahm einen anderen Weg.
Mein Seelen-Leben hat sich erst „Normalisiert“ als ich vor zirka Fünf Jahren mich bei meiner Frau „geoutet“ habe und ihr Erzählte wer ich eigentlich war und bin.
Es war eine nicht ganz einfache Zeit, denn sie hatte keine Ahnung von all dem.
Sie hatte zwar schon die eine oder andere Sendung im Fernsehen gesehen.
Aber was dahintersteckt, musste ich ihr erst langsam beibringen.
Dann, vor zirka Drei Jahren hate sie es soweit Akzeptiert das ich zumindest zuhause eine Frau sein konnte, denn im Beruf als Bodenleger war es unmöglich.
Schon alleine eine mögliche Östrogen Hormontherapie, bei der man seine Kraft verliert, hätte das niemals zugelassen.
Also entschloss ich mich, meinem Leben eine völlig neue Bahn zu geben.
Ich hörte mit diesem Beruf auf und begann für die nächsten Zwei Jahre in die Abendschule an der Werbe******* zu gehen.
Ich lernte alles was mit Werbung zu tun hat, und hab diese Schule im Sommer 2002 mit Diplom abgeschlossen.
Nun darf ich mich „Diplom Werbefachfrau“ nennen.
Da seit Beginn der Schule die allgemeine Wirtschaft leider am Boden liegt und es in der Werbebranche in letzter zeit vermehrt zu Entlassungen gekommen ist, habe ich mich dazu Entschieden, mir eine Eigene Firma aufzubauen.
Es wird zwar ein Steiniger Weg werden, aber mit Spezialisierung auf Werbeberatung und mit einer Eigenen Homepage stehen die Chancen nicht schlecht.
Aber das wird die Zeit zeigen, was daraus wird.

Das Ende der Schule war dann endlich die Möglichkeit für mich, meinem Wunsch eine Frau zu sein, in die Realität um zu setzen.
Ich habe von einer Minute zur anderen mit dem Marihuana rauchen aufgehört, die, die einzige Droge war, mit der ich nie aufgehört hatte, die mich zwar beruhigte, aber meinen Kopf immer frei sein lies, und ich kann sagen das ich alle Baustellen termingerecht und fehlerfrei, abgeschlossen habe, und ich deshalb nie Probleme hatte, was ja allgemein dem Marihuana nachgesagt wird.
Seit August 2002 bin ich nun in Psychotherapie die vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, um eine Geschlechtsanpassende Operation durchführen zu können.
Seit ich diesen Weg begonnen habe, bin ich überglücklich, das ich endlich ICH selber sein kann, und mich selbst und meine Umwelt nicht mehr belügen muss.
Meine anfängliche Angst alle unsere Freunde zu verlieren war unbegründet.
Sie Akzeptieren und Respektieren mich so wie ich bin.
Es hat natürlich einer Aufklärung bedurft, aber Sie respektieren meinen Weg.
Leider ist dieser Begriff „Transsexuell“ irreführend, in der Wissenschaftlichen Terminologie heißt es, Transitentität, da es keine frage der Sexuellen Ausrichtung ist.
Auch meine Frau steht voll zu mir und unterstützt mich ,wo sie nur kann, denn all meine Nerven zusammen Brüche und äußerst schlechte Stimmung - all die Jahre - musste Sie miterleben und ertragen.
Wofür ich Ihr unendlich Dankbar bin.
Ich weis nicht ,wo ich heute ohne Sie wäre, möglicherweise hätte einer der - unweigerlich widerkehrenden Selbstmord versuche - funktioniert.
Aber all das ist jetzt Geschichte und mein Neues Leben hat begonnen und wird auch nicht mehr Enden.
Seit Dezember 2002 bin ich auch im AKH in der Hormonambulanz und bekomme regelmäßig Östrogene verordnet, die langsam aber unaufhörlich
Meinen „verhassten“ Männlichen Körper in einen Weiblichen verwandeln.
Und - sofern nicht Medizinische Probleme auftauchen - , werde ich im Sommer 2004 die Geschlechtsanpassende Operation haben, die mich dann ENDLICH und endgültig von meiner „Männlichkeit“ befreien wird.


Ich erwarte nicht das Ihr es Akzeptiert und Respektiert was ich tue,schon gar nicht, erwarte ich eure Unterstützung - denn das habt Ihr ohnehin nie getan -, aber ich kann es vor mir selber nicht verantworten, es euch nicht zu sagen.
Ich habe über 30 Jahre gebraucht, um mit mir und euch ins reine zu kommen
Aber nun ist es vollbracht, und habe jetzt sogar die Kraft, anderen in dieser Lage
Soweit es mir möglich ist, zu Helfen.


Ich Hab euch Lieb
Alexsandra




"Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein:
Sie muß zur Anerkennung führen.
Dulden heißt beleidigen."
(J. W. von Goethe)

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