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Mein München

Es ist der 15.3.2008, ich bin bei Sturm und Regen in München angekommen. Draußen in Garching komme ich nach Anlaufschwierigkeiten in mein Hotelzimmer - erster Reflex: Jalousie runterziehen! Franziska und Michaela kommen in ein paar Minuten, bis dahin bin ich beschäftigt. Es ist schon komisch, da stehe ich vor diesem Schritt, vor dem ich so ewig gedrückt habe, und jetzt bin ich völlig ruhig, logisch ist das nicht, aber es ist so. Ich habe den ganzen Tag nicht zu sehr drüber nachgedacht und versuche das auch jetzt, nicht zu sehr zu tun, es klappt auch wirklich, wie gesagt, komisch...
Dann hole ich die beiden ab, von Anfang an verstehen wir uns, das Vertrauen hat mich nicht getäuscht:-)
Ohne großes Abwarten geht's los: ich bin ein schwerer Fall *g* Franziska kümmert sich um mein Gesicht und erklärt mir, was und wie ich Make-up auftragen muß - Farbe, Camouflage, Abdecken aller verräterischer Stellen, Puder, Rouge,...ich stelle fest, was ich alles NICHT habe und entwickle Verständnis dafür, warum Frauen eben doch länger im Bad brauchen als Männer. Die Veränderungen sind von Anfang an sichtbar, es ist spannend, was mit mir passiert. Die Gesichtszüge verändern sich, werden weicher und ebener, und als Michaela mir die Augen schminkt, kann ich gar nicht richtig glauben, was sich aus diesem Zügen entwickeln lässt. Gut, von einer perfekt weiblichen Form bin ich weit entfernt, aber für ein erstes Mal kann ich zufrieden sein - meine beiden Freundinnen sind wahre Expertinnen! Mein Beitrag besteht darin, zu zeigen, was ich anziehen möchte, damit sind sie zufrieden: Hosenanzug, rotes Langarmshirt, weiße Bluse, dazu schwarzer BH samt passendem Panty und Kniestrümpfe, außerdem die blauen Pumps - der nächste Besuch in München wird stattfinden, dann werden Schuhe gekauft! Sehen zwar elegant aus, aber das Laufen ist schon eine Sache für sich, zwei Tage später hab ich immer noch Muskelkater. Wenn die bequemen Schuhe in meiner Größe nicht so teuer wären, hätte ich sie schon längst gekauft. Die Perücke (rot) ist der Abschluss, natürlich nicht so perfekt wie eine hochklassige, aber wie gesagt, fürs erste Mal...
Ich bin ruhig, aber der Blutruck ist in recht normalen Höhen, würde ich sagen. Wir packen die Handtasche, Franziska gibt mir ein paar aufmunternde Worte mit, Mantel an, dann geht's los, wir machen uns auf den Weg zu ihrem Auto. Mit anderen Worten, die ersten Leute können mich sehen: mir ist es egal, wer kennt mich schon hier und wer soll mich erkennen. Es heißt ja immer, an den Augen würde man einen Menschen sofort erkennen, aber Michaela hat sie so toll schwarz gestylt, daß ich sie selbst nicht wieder erkenne. Insgesamt waren wir fast zwei Stunden drüber, aber vom Ergebnis war ich begeistert!
Es bleibt verregnet, als wir nach München rein fahren, Franziska macht eine kleine Runde samt Führung und parkt dann beim Circus Krone. Wir laufen in Richtung Stachus, erstens, weil wir dort Solvejg-Maria abholen wollen, zweitens wäre das eine gute Übung für mich - zum Laufen in den Pumps und zum Bewegen unter Leuten. Daß zwei Mädels dabei sind, gibt mir Sicherheit, und der normale Großstadtmensch ist so mit sich selber beschäftigt, daß wir gar nicht weiter auffallen, kommt mir wenigstens so vor, und wenn doch jemand hinschauen sollte, juckt es mich nicht. Ich gehe an einen Geldautomaten, als wäre es das Normalste auf der Welt - nur die Absätze, mit denen komme ich nicht zurecht. Ritzen und Spalten machen mir zu schaffen, ich bleibe manchmal hängen, auch das gehört wohl zum Lernprozeß dazu. Der Wind nervt uns, so kann ein Schirm nichts gegen den Regen ausrichten. An einer Fußgängerampel denke ich, ein paar Jugendliche schauen genauer zu uns hin, aber was soll's, Haare richten, sich normal geben und weiter laufen. Leider platscht das Wasser unter meinen Sohlen ziemlich laut, das ist sooo doof:-( Wir laufen zu viert und gemächlich ins "Strada" zum Essen. Es ist sehr angenehm im Lokal, nicht übervoll, ein gemütlicher Fünfertisch wartet und der Kellner fragt uns, was "die Damen" gerne zu essen hätten. "Die Damen" - wie klingt das denn...wow! Ich bin an diesem Abend zwar sehr mit mir selbst beschäftigt, vor allem mit Träumen, Schauen und Genießen, da muß Franziska schon ab und zu fragen, um was aus mir rauszubekommen, aber ich fühle mich superwohl, was zuallererst an der wunderbaren Gesellschaft liegt, in der ich mich befinde - Danke! Ich lerne, daß es nach einem größeren Essen nicht verkehrt ist, sich den Lippenstift nachzuziehen, aber dafür brauche ich noch einen Moment. Später gesellt sich noch Li zu uns, wir sind dann eine richtig nette Tratschrunde, passt zusammen und das gibt Sicherheit. Beinahe bis 23 Uhr sitzen wir in der Pizzeria, wir sind die Letzten, kurz vor dem Gehen wage ich es dann doch, packe meine Handtasche und gehe auf die Damentoilette, mich noch einmal genau im Spiegel betrachten und für den letzten Weg des Tages alles in Ordnung bringen: der Lippenstiftzug wird zwar nicht perfekt, aber für die Nacht reicht's;-) und die Haare sollen auch nicht versteckt sein. Der Spiegel enthüllt eine Menge Sachen, an denen man/frau noch arbeiten muss, aber das macht ja auch nichts, gibt die Chance zum nächsten Treffen! Annalena macht trotzdem eine gute Figur, beim nächsten Mal passen sicher auch die Klamotten noch besser, Franziska hat schon ein paar gute Tipps gegeben. Es ist fast schade, daß wir schon aufbrechen müssen, aber meine Begleiterinnen haben noch einen weiten Weg vor sich. Sie bringen mich zurück zum Hotel, für ein Foto reicht es nicht mehr, aber auch das ist nur aufgeschoben! Beim nächsten Mal fühle ich mich wohl auch etwas sicherer und lasse mich ohne größere Bedenken fotografieren, jetzt ist das alles noch etwas neu und muß verarbeitet werden, später stimmen sicher Rahmen, Accessoires usw., zum Beispiel hatte ich in der Aufregung ganz meine Ohrringe vergessen. Die beiden blicken mir nach, als ich zum Hotel zurück stöckele und prompt im Gitter vor der Tür hängenbleibe, was einen älteren Herrn, der auch davor steht, zu der Bemerkung veranlasst: "Solche Schuhe sollte man nicht jeden Tag tragen." Mit meiner unglaublich weiblichen Stimme (*g*) sage ich nur "Ja", wer weiß, was er sich dann gedacht hat.
Mit dem Aufzug ging es hoch ins Zimmer, vor dem Spiegel habe ich einen letzten, laaaangen Blick auf mich geworfen - es war eine unglaubliche Verwandlung, wie oft und wie intensiv sie weitergehen wird, weiß ich noch nicht, aber ich bin mir schon ziemlich sicher, daß es nicht bei diesem einen Mal bleiben wird - zu positiv waren die Eindrücke, zu einfach war es, sich zu verändern, ohne komische Blicke auf sich zu ziehen! Mal salopp ausgedrückt, ging mir dabei keiner ab, es war einfach nur ein super angenehmes Gefühl, ich konnte mich endlich real in diese neue Person hinein versetzen, die nicht einfach so wieder verschwinden wird, dafür hat sie sich zu sehr in meinem Leben eingenistet:-)
Es tut mir richtig leid, daß ich abends um kurz vor zwölf damit beginnen muß, all die mühevolle Arbeit wieder Stück für Stück wieder abzutragen. Franziska und Michaela haben schon geschätzt, daß ich sicher eine Stunde zum Abschminken brauchen würde. Gut geraten, ihr kennt euch aus, Mädels! Der Lippenstift und der Nagellack lassen sich gut entfernen, auch Grundton oder Rouge sind nicht das Problem. Bei den Augen ist es schon schwieriger, der Lidschatten lässt sich gut abwischen, bei den Wimpern ist es eine Kunst abzuschätzen, was da Natur und was Farbe ist. Am Ende schauen aber doch wieder Bartstoppeln und buschige Augenbrauen hervor, der Rest würde schon auf dem Kopfkissen im Bett landen, hat Franziska gemeint. Alles aufräumen, denn am Samstag geht es früh wieder los. Ganz lassen kann ich in der Euphorie doch nicht von Annalena - nicht lachen, ins Bett bin ich im Nachthemd...und habe wunderbar geschlafen, kein Wunder, nach einem so besonderen Tag! Danke noch einmal, Franziska und Michaela!

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